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Der Start der Huffington Post Deutschland

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Ganz ehrlich: Ich freue mich total auf die deutsche Ausgabe der Huffington Post! Warum denn auch nicht? Arianna Huffington hat etwas geschaffen, wovon viele Medienmacher hierzulande nur träumen können: Sie hat ein Medienunternehmen aus dem nichts aufgebaut, das internationale Relevanz hat. Wenn nun der deutsche Ableger online geht, dann kann das für die deutsche Medienlandschaft – mit ein paar Abstrichen – nur gut sein.

Endlich müssen wir nicht immer nur fabulieren, wie ein deutscher Ableger einer der erfolgreichen (was Reichweite angeht) US-Webangebote funktionieren würde. Wenn ich mir anschaue, wie in Deutschland jüngst ein Tweet vom Springer-Außenminister Keese für Furore gesorgt hat, dann kann ich nur zu dem Schluss kommen: OMG, der Journalismus befindet sich im Wandel und Deutschland bekommt es auch mit.

Buzzfeed ist nicht erst jetzt erfolgreich, das Memo vom Buzzfeed-Chef an seine Mitarbeiter (respektive die Medien-Welt) ist über einen Monat alt – und Deutschland reagiert, gewohnt abgehängt, mit einer ordentlichen Portion verspäteter Empörung. Und genau so läuft es doch die ganze Zeit.

Wenn demnächst deutsche Medienmacher (Journalisten, Verleger, Blogger – you name it) noch Reddit begreifen, Mashable ernst nehmen und Upworthy wahrnehmen – hui, dann ist was los. Und genau deshalb ist es wichtig, dass die HuffPo jetzt nach Deutschland kommt. Nur, wenn wir uns anschauen, wie ein solches Medienangebot in Deutschland funktioniert, können wir etwas davon lernen. Alles andere ist Spekulation pur.

  • Wie vereinbar ist die deutsche HuffPo mit dem deutschen Verständnis von Journalismus?
  • Wie dehnbar ist der Begriff Journalismus?
  • Wie Mainstream kann eine deutsche HuffPo werden?
  • Ist eine deutsche HuffPo mit deutschen Presserecht immer konsequent vereinbar?
  • Wie ist es um die Trennung von Redaktion und Werbung bestellt?

Die deutsche Huffington Post wird viele dieser Fragen beantworten – und davon können wir nur alle profitieren, denn der Medienwandel ist international und macht auch vor Deutschland nicht halt. Wenn also am Ende des Experiments klar wird, hey, dann macht Springer eben ein deutsches Buzzfeed. Dann würde Springer vielleicht auch kapieren, das Buzzfeeds Geschäftsmodell aus Raubmordkopieren besteht und die Attitüde von Springer gegenüber Aggregatoren wie Google News (und Rivva, etc…) nicht ins 21. Jahrhundert passt. Wer weiß.

[dark_box]tl;dr: Ich freue mich auf den Start der deutschen HuffPo – und den Beitrag von Boris Becker. Ist das noch Journalismus? Wir werden es sehen. [/dark_box]