Journalismus: Inhalte für Smartphone, Tablet und PC anpassen

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Wenn Journalisten Artikel schreiben, dann denken sie dabei in der Regel nicht an das Medium, auf dem der Artikel konsumiert wird. Genau das wäre aber wichtig, um den unterschiedlichen Bedürfnissen des Nachrichtenkonsums gerecht zu werden – schließlich lesen wir auf dem Smartphone, Tablet oder PC ganz unterschiedlich Nachrichten.

Das Smartphone nutzen wir on the go: in der U-Bahn, an der Haltestelle, im Supermarkt, im Auto, auf dem Spaziergang. In der Regel lesen wir jedenfalls keine lange Essays, sondern bevorzugen das Scannen von Überschriften und das Sammeln von Info-Brökchen.

Das Tablet nutzen wir gemütlich zuhause auf dem Sofa als Second Screen: Wir lassen uns gern treiben, widmen uns ausführlicheren Texten und kommunizieren das, was wir entdeckt haben mit Freunden über die sozialen Netzwerke.

Den PC nutzen wir im privaten und im beruflichen Umfeld als Allzweckwaffe für alle Arten von Inhalten, die uns begegnen. Hier besteht am ehesten die Chance, dass wir uns aufwendig produzierten Geschichten wie Infografiken und dergleichen widmen.

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Ein und dieselbe Geschichte wird auf den drei Medien also unterschiedlich rezipiert. Folglich sollten Journalisten die Möglichkeit bekommen, ihre Story jeweils speziell auf das Medium zugeschnitten zu arrangieren.

Ein Beispiel: Was macht es für einen Sinn, wenn Texte, die originär im Spiegel veröffentlich wurden, bei Spiegel Online zweitverwertet und ohne jede weitere Anpassung mit 15.000 Zeichen auf der App ausgespielt werden? Keinen.

Es gibt bereits spezielle Nachrichten-Angebote, die sich dezidiert eines dieser Medien herausgesucht haben und ausschließlich dafür Inhalte produzieren: Circa News für Smartphones und NowThis News etwa für soziale Medien (hier ein ausführlicher Blogpost von mir zum Thema). Deutsche Verlage sollten den Mut haben, sich diese Herangehensweise zum Vorbild zu nehmen und Inhalte zielgerichteter aufzubereiten. Auch wenn das Investitionen bedeutet.

[dark_box]Journalistische Publikationen sollten mehr Zeit darauf verwenden, sich genau zu überlegen, welche Inhalte für welches Medium wie aufbereitet werden. Das kostet Manpower und Geld, wird dem User aber gefallen.[/dark_box]

Grafik via mondaynote.com

Martin GieslerJournalismus: Inhalte für Smartphone, Tablet und PC anpassen

One Comment on ““Journalismus: Inhalte für Smartphone, Tablet und PC anpassen”

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