Warum Algorithmen eine neue Ära der Segregation einläuten könnten

Martin blog 0 Comments

Wir leben in einer Welt voller Diener. Nicht Diener im klassischen Sinne. Vielmehr ist unser Leben voll von digitalen Dienern, die uns ihre Dienste in Form von Algorithmen anbieten. Von der Auswahl der Partner, der Kleidung, des Urlaubs bis hin zum Entdecken von neuer Musik und der Auswahl von Essgewohnheiten helfen uns Algorithmen das zu finden, was wir bereits mögen und somit gut zu uns passt. Und mit jeder dieser Entscheidungen trainieren wir die Algorithmen noch mehr von dem zu finden, was uns bereits vertraut ist.

Auf der individuellen Ebene mag das Nutzen von solchen Algorithmen für viele Sinn ergeben. Warum sollte man schließlich nicht Tools nutzen, die einem das Leben leichter machen und dafür sorgen, das man das bekommt, was einem gefällt?

Nun, wenn man sich einmal anschaut, was dieses individuelle Verhalten auf der Makroebene bedeutet, erkennt man wie Algorithmen zu einer neuen Ära der Segregation führen können – nicht mehr mit Blick auf race, sondern mit Blick auf das Einkommensniveau, das Bildungsniveau, Wohnorte, Durchmischung auf der Arbeit, etc…

Was also als individuelle, digitale Entscheidung beginnt, manifestiert sich in der physischen Welt zu einer echten gesellschaftlichen Entmischung. Wenn Algorithmen nämlich nur noch die Menschen zusammenführen, die gut zueinander passen, dann führt das unweigerlich zu einer geringeren Durchmischung von Gesellschaften.


FYI
Der Verfasser des Videos, Tyler Cowen, ist US-amerikanischer Ökonom, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der George Mason University und Blogger. Zudem ist Cowen Direktor des Think-Tanks Mercatus Center, das mehrheitlich von den Koch-Brüdern finanziert wird.

Über den Autor

Martin

Hi, mein Name ist Martin Giesler. Ich bin Journalist und Blogger. Meine Beats: Social Media, Technologie und Gesellschaft. 2013 habe ich das Social Media Watchblog gegründet. Hier erfährst du mehr über mich.

Das Propagandamodell von Noam Chomsky: The 5 Filters of the Mass Media Machine

Martin blog

Das Propagandamodell von Noam Chomsky und Edward S. Herman wurde zwar bereits 1988 vorgestellt, hat aber mit Blick auf die heutige Medienlandschaft nichts an Relevanz eingebüßt. Für Al Jazeera English Anlass genug in einem mindestens so sehenswerten wie irritierendem Video die „5 Filter der Massenmedien-Maschine“ noch einmal zu erklären: Media Ownership, Advertising Money, The Media Elite, Flack und The Common Enemy, wir erinnern uns.

Über den Autor

Martin

Hi, mein Name ist Martin Giesler. Ich bin Journalist und Blogger. Meine Beats: Social Media, Technologie und Gesellschaft. 2013 habe ich das Social Media Watchblog gegründet. Hier erfährst du mehr über mich.

Sei nett zu deinem zukünftigen Ich

Martin blog

Gretchen Rubin, US-amerikanische Bloggerin und Buchautorin, schreibt seit Jahren darüber, was ein glückliches Leben ausmachen könnte. Eine ihrer Annahmen basiert darauf, dass das Glück im Leben durchaus mit der Anzahl von guten Angewohnheiten zusammenhängt. Um diese guten habits zu entwickeln, müssten die einen äußerste Disziplin aufbringen, andere hingegen würden dabei keinerlei Anstrengung empfinden.

Laut Rubin kann man nun solch gute Angewohnheiten, die einen dem Lebensglück näher bringen sollen, vor allem dann entwickeln, wenn man weiß, wie man auf interne Erwartungen reagiert. Sie hat dafür vier Typen skizziert: Den Upholder, den Obliger, den Questioner und den Rebellen.

Ich selbst würde natürlich vor allem einen Rebellen in mir sehen, habe aber nach Abschluss des Quizzes von Rubin feststellen müssen, dass wohl auch eine ganz gehörige Portion „Obliger“ in mir schlummert.

Bedeutet also: Ich kann ohne Probleme externen Erwartungen gerecht werden (Anforderungen im Job, etc…), habe aber meine Schwierigkeiten damit, internen Erwartungen Rechnung zu tragen.

Nun mag man einwenden, dass diese Art der Quizze garantiert wenig wissenschaftlich sind (wer bereits einmal Klickbringer via Playbuzz erstellt hat, weiß, wovon ich rede), aber das Ergebnis hat dann doch einen Nerv bei mir getroffen.

In der Tat verhält es sich so, dass ich ohne Schwierigkeiten, Deadlines im Job einhalte, noch drei Stunden extra aufwende, damit ein Projekt ein Erfolg wird, gleichermaßen aber liebend gern die selbstgesteckten Ziele, etwa viermal die Woche Laufen gehen, sehr viel weniger konsequent verfolge.

Glücklicherweise gibt es einen Trick, wie man als „Obliger“ ebenfalls gefühlt einem Dritten gerecht werden muss: Sag Hallo zu deinem zukünftigen Ich!

Die Idee ist simpel: Wer sich bei X nicht beherrschen oder zu Y nicht motivieren kann, sollte ab jetzt immer an sein zukünftiges Ich denken. Das wirkt wahre Wunder. Warum? Ganz einfach. Lass dich einmal kurz auf die folgenden drei Beispiel-Fragen ein:

Wie würde es wohl deinem zukünftigen Ich gefallen, wenn du jetzt die Chips in dich hinein steckst? Wäre dein zukünftiges Ich nicht viel glücklicher, wenn du jetzt noch schnell eine Runde Laufen gehst? Und was würde dein zukünftiges Ich wohl stattdessen sagen, wenn du heute wieder nicht zum Sport gehst?

Ich mag diese Art der Gedankenspielerei, weil sie ein und dasselbe Problem einfach nur anders framen – und dieses Framing kann auf so vielen Ebenen so wirkmächtig sein. Für mich als „Obliger“ jedenfalls kann es funktionieren, meine internen Ziele mit den Erwartungen meines zukünftigen Ichs abzugleichen. Mind blown.

Über den Autor

Martin

Hi, mein Name ist Martin Giesler. Ich bin Journalist und Blogger. Meine Beats: Social Media, Technologie und Gesellschaft. 2013 habe ich das Social Media Watchblog gegründet. Hier erfährst du mehr über mich.