Wie man das macht, was man liebt – ein Essay von Paul Graham

Martin blog

Wie macht man das, was man liebt? Und wie findet man überhaupt heraus, was man gern machen möchte? Paul Graham, Gründer von Y Combinator (weltberühmte Schmiede für Startups) schreibt in einem wunderbaren Essay mit dem Titel „How To Do What You Love“ über die schwierige Suche nach der richtigen Arbeit – Arbeit, die eben nicht nur Geld einbringt, sondern zugleich erfüllend ist. Einige meiner Lieblingszitate aus dem Essay mit ein paar persönlichen Anmerkungen:

1) The rule about doing what you love assumes a certain length of time. It doesn’t mean, do what will make you happiest this second, but what will make you happiest over some longer period, like a week or a month.

Arbeit ist ein fortwährender Prozess. Folglich sollte man sich stets die Frage stellen, ob der Job, der einem spannend erscheint, auch wirklich trägt: Kann ich dieser Arbeit in den kommenden Jahren nachgehen? Ist es das, was mich glücklich macht? „We are what we repeatedly do“ heißt es an anderer Stelle – das stimmt sicherlich insbesondere auch bei der Arbeit.

2) What you should not do, I think, is worry about the opinion of anyone beyond your friends. You shouldn’t worry about prestige. Prestige is the opinion of the rest of the world. When you can ask the opinions of people whose judgement you respect, what does it add to consider the opinions of people you don’t even know?

Gerade in Zeiten von Social Media erscheint es mehr als verführerisch, sich daran zu orientieren, was von einer großen Anzahl an vermeintlichen Freunden und Bekannten goutiert wird. Follower und Fans sind allerdings häufig kein allzu wertvoller Gradmesser, wenn es darum geht, zu erfahren, was für einen selbst wirklich wichtig ist.

3) The test of whether people love what they do is whether they’d do it even if they weren’t paid for it—even if they had to work at another job to make a living. How many corporate lawyers would do their current work if they had to do it for free, in their spare time, and take day jobs as waiters to support themselves?

Wenn ich mich teste und mir anschaue, was ich seit Jahren unbezahlt mit großem zeitlichem Aufwand mache, dann lande ich natürlich beim Bloggen. Egal ob hier auf meinem eigenen Blog, drüben bei Medium, auf Twitter oder natürlich insbesondere beim von mir gegründeten Social Media Watchblog. Hunderte Stunden Webdesign, Recherche, Texten, Redigieren, Kommunikation, Feedback-Loops und mehr habe ich seit Jahren investiert.

4) It’s hard to find work you love; it must be, if so few do. So don’t underestimate this task. And don’t feel bad if you haven’t succeeded yet. In fact, if you admit to yourself that you’re discontented, you’re a step ahead of most people, who are still in denial.

Zwar scheinen viele Arbeitnehmer auf die eine oder andere Art frustriert zu sein, dennoch ziehen sie daraus mehrheitlich keine Konsequenzen. Den Job zu schmeissen, gilt immer noch als heroischer Akt. Vielmehr verharren sie dann häufig im Status Quo und tragen ihren Frust jeden Tag aus Neue mit ins Büro – ein Minusgeschäft nicht nur für sie, sondern zumeist auch für alle anderen Beteiligten. Don`t do it.

Mehr von Paul Graham zu diesem Thema gibt es in seinem Buch: Hackers & Painters.