Warum sich unser Wirtschaftssystem so kaputt anfühlt – in einer simplen Grafik

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Die New York Times hat eine Grafik von Thomas Piketty, Emmanuel Saez und Gabriel Zucman aufgegriffen, um zu zeigen, warum sich unser Wirtschaftssystem so kaputt anfühlt. Während über einen sehr langen Zeitraum hinweg die Menschen, die eher zu den Geringverdienern und zum Mittelstand gehörten, Sprünge beim Einkommen verbuchen konnten, sind es nun vor allem die ohnehin schon maximal Wohlhabenden, die gigantische Zuwächse verzeichnen. Ungerecht ist gar kein Ausdruck.

Den ganzen Artikel gibt es hier: Our Broken Economy, in One Simple Chart

Auftritte, Vorträge & Termine 2017

Martin pro

Falls du mich für eine Veranstaltung, einen Vortrag, eine Beratung oder ein Interview gewinnen möchtest, kannst du mich gern direkt kontaktieren. Hier gibt es einen Überblick über meine Referenzen. Meine öffentlichen Termine 2017:

♥ 24.11.2017 / Journalismus und sein Publikum. Ansätze zur Überwindung der Vertrauenskrise / Darmstadt, tba

♥ 21.11.2017 / Stuttgarter Medienkongress: Journalismus in Zeiten von Social Media / Stuttgart, tba

♥ 14.10.2017 / Wahrheit 4.0 – Konferenz des Studentenforums im Tönissteiner Kreis / Europäische Akadamie Berlin

♥ 28.9.2017 / Social Media und der Bundestagswahlkampf – eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung / „denkraum_medien“ / MediaPark, Köln

♥ 1.9.2017 / Fake News und Co – Angriff auf die demokratische Willensbildung / tba, Hofgeismar

♥ 21.6.2017, 19:00 Uhr / PR trifft Journalismus / Berlin, taz-Café

♥ 1.6.2017, 19:00 Uhr / Disrupt Populism / Berlin, Radialwerk

♥ 24.3.2017 / Campus MediaDay / Universität Tübingen

Warum die chinesische App WeChat auch „Dein Internet“ verändern wird

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Für Hunderte Millionen Menschen weltweit ist Facebook das Tor zum Internet geworden. Tippten wir früher noch mehrheitlich sperrige Adressen in Browser-Zeilen ein oder ergoogelten uns die Welt, dominiert heute in der westlichen Welt Facebook als der Gatekeeper für Informationen und Unterhaltungen. Menschen erleben dadurch – freiwillig – das ehemals offene, freie Internet als ein Internet im Internet. Gestaltet nach den Spielregeln von Facebook.

Wer meint, Facebook sei nun bereits der absolute Endgegner des freien Internets, wird schnell eines besseren belehrt, wenn er den Blick nach China richtet. Dort dominiert eine App alles, was überhaupt auch nur im Ansatz mit dem Internet angestellt werden kann: Shopping, Dating, Überweisungen, Twitter, Facebook, YouTube, Uber, Tisch im Restaurant reservieren, Termine beim Arzt festmachen, Flüge buchen – die Palette an Anwendungsmöglichkeiten bei der chinesischen App WeChat ist schier grenzenlos. Einmal installiert und registriert, braucht man die App eigentlich nie wieder zu verlassen.

Genauso grenzenlos ist dabei die potentielle Überwachungsmöglichkeit, sind doch die chinesischen Behörden nicht gerade zimperlich, wenn es um die Zusammenführung und Überprüfung von Profilen und Internetnutzungsgewohnheiten geht. WeChat ist nach deutschen Standards so ziemlich der Albtraum eines jeden Datenschützers.

Und dennoch erfreut sich WeChat einer Popularität in China, die hier ihresgleichen sucht. Jeder China-Reisende wird die Erfahrung machen, dass ohne die App vor Ort überhaupt nichts funktioniert. WeChat hat es geschafft, zu einem unverzichtbaren Dienst- und Kommunikationsmittel der Chinesen zu werden.

Dass sich Facebook und Co ganz genau anschauen, welche Produkte WeChat anbietet, liegt in der Natur der Sache. Die Öffnung des Messengers für Drittanwendungen vor zwei Jahren war ein erster großer Schritt dahin, Facebook nicht nur als soziales Netzwerk zu begreifen, sondern als Betriebssystem für die Gesellschaft.

In einem klugen Video erzählt die New York Times, warum WeChat so spannend ist und wie WeChat auch „Dein Internet“ verändern könnte.


Update: Einen Tag nach der Veröffentlichung dieses Blogposts führt Facebook übrigens „Watch“ ein: „A Dedicated Home for Videos“. Damit greift Facebook nicht nur YouTube, Netflix und Co frontal an, sondern wird auch ein Stück weit mehr wie… WeChat. Ganz genau.

AWAKE | Dokumentarfilm mit noch nie zuvor gesehenen Timelapse-Techniken

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Dieser Trailer ist mit großer Wahrscheinlichkeit das mit Abstand Schönste, was du heute sehen wirst! Ehrlich. Ich wüsste nicht, ob ich Ähnliches schon einmal woanders gesehen hätte. Der Regisseur Tom Lowe hat den Film in einem Zeitraum von fünf Jahren in über 30 Ländern produziert und dabei Kamera- und Timelapse-Techniken angewendet, die zuvor noch nie genutzt wurden. Inhaltlich geht es bei AWAKE übrigens um die Schnittstelle von Gesellschaft und Technik. Keine Frage also, dass ich ihn hier auf meiner Seite featuren muss.

Einige Eindrücke aus dem Film: Timelapse-Helikopter-Flüge durch Dubai, Slow-Motion-Festival-Tänzer beim Carnaval de Oruro in Bolivien und Aufnahmen von traditionellen Pole-Fischern aus Galle in Sri Lanka.

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7 Lehren aus der rechten Facebook-Echokammer

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Mein sehr geschätzter Kollege Simon Hurtz hat seit eineinhalb Jahren ein zweites Facebook-Profil: „Tim“ öffnete ihm die Tür zu einer Parallelwelt, die ihn zwischenzeitlich an seinen Überzeugungen zweifeln lässt.

Meine politischen Überzeugungen haben sich nicht geändert. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass es unsere humanitäre und moralische Pflicht als Globalisierungsgewinner ist, Geflüchtete aufzunehmen, und dass „wir das schaffen“. Mittlerweile verstehe ich aber besser, warum das viele anders sehen – und warum diese Menschen ihre Ablehnung so lautstark kundtun.

Denn sie tauchen nicht nur für wenige Stunden in eine fremde Filterblase ein, ihr Nachrichtenstrom sieht immer so aus. Wer Facebook als repräsentativen Ausschnitt der Realität betrachtet, bekommt fast zwangsläufig Angst vor dieser Welt, die angeblich von kriminellen Migranten, korrupten Politikern und lügenden Journalisten wimmelt. Diese Facebook-Welt ist eine Dystopie.

All das ist keine Entschuldigung für Fremdenfeindlichkeit. Facebook verwandelt tolerante Bürger nicht in Rassisten. Mir hat mein Experiment aber gezeigt, wie erschreckend einfach es ist, sich eine Echokammer zusammenzuklicken, in der Hass entsteht. Hier entwickeln Menschen ein „Wir da unten gegen die da oben“-Gefühl – und ich kann nachvollziehen, woher ihre Wut kommt.Simon Hurtz

Der Artikel ist Teil der SZ-Serie „Der Facebook-Faktor“. Darin untersucht die Süddeutsche mit Blick auf die Bundestagswahl, wie im sozialen Netzwerk Politik gemacht wird. Sehr, sehr spannend und sehr lesenswert.