Die totale Reichweite

Martin

BuzzFeed rechnet neuerdings zu den traditionellen Traffic-Zahlen die Reichweite auf Social Media hinzu. Der Grund: Mit Werbung, die auf Klicks basiert, lässt sich nichts mehr verdienen — mit Native Advertising schon.

BuzzFeed ist ohne jeden Zweifel ein Aufmerksamkeits-Gigant. Die Listicles und Quizze auf buzzfeed.com sorgen für so phänomenale Zahlen, dass sie weltweit nachgeahmt werden und BuzzFeed genug Risikokapital einsammeln kann, um sich sogar immer mehr richtig guten Journalismus zu leisten.

Social Media als originärer Ausspielweg

Doch nicht nur buzzfeed.com performed unfassbar gut. Auch auf den einzelnen Social-Media-Kanälen ist BuzzFeed ein echtes Power-House:

2,53 Millionen Follower auf Twitter // 5,2 Millionen Fans auf Facebook // 6,8 Millionen Fans für BuzzFeed Video auf Facebook // 900k Abonnenten auf Instagram // nicht genauer deklarierte Zahlen auf Snapchat

Und in Zeiten, in denen der einzelne Klick nicht mehr viel wert ist, sondern das große Geld mit Native Advertising verdient wird, ist es nicht weiter erstaunlich, dass BuzzFeed in einem Interview mit Re/code eine neue Art der Reichweiten-Messung zu Protokoll gibt:

Die schlaue Art zu zählen

BuzzFeed zählt nicht einfach nur den Traffic auf der Homepage, sondern addiert die Reichweite der einzelnen Social-Media-Plattformen dazu. Wenn man so zählt, kommen diese Zahlen mit Blick auf die totale Reichweite dabei heraus:

23 percent: Direct to the site or apps
14 percent: YouTube views
2 percent: Google search to the site
6 percent: Facebook traffic to the site
27 percent: Facebook native video
4 percent: Images on Facebook
21 percent: Snapchat content views
3 percent: Other distributed platforms

Dieser neue Blick auf die Performance des eigenen Schaffens ist derzeit noch nicht vereinbar mit der deutschen Messung von Erfolg im Internet. Aber mit dem zunehmendem Druck auf Legacy Media und der Frage, wie sich Websites finanzieren lassen sollen, rückt das Thema Native Advertising immer stärker in den Fokus. Warum? Ganz einfach:

Keine Chance für Adblocker

Banner-Werbung lässt sich via Adblocker unterdrücken. Auch Native Advertising lässt sich auf einer Homepage ausblenden.

Schwieriger bis unmöglich wird es aber, Native Advertising zu verbergen, wenn man via Social-Media-Empfehlung auf einen Native-Ad-Artikel gelangt oder noch ausgefuchster: Wenn das Native Advertising einfach selbst innerhalb des sozialen Netzwerks stattfindet: Auf Facebook, auf Twitter, auf Snapchat, auf Google.

Wer also mit Native Advertising sein Geld verdienen möchte, sollte künftig wohl besser auch die Reichweite auf den Social Networks ganz selbstverständlich mit einpreisen.