Facebook ist beim Cambridge-Analytica-Skandal nicht das Opfer

Martin

Eigentlich verbiete ich mir solche kurzen Einwürfe, aber an dieser Stelle muss ich das einfach einmal loswerden: Bei der ganzen Debatte um Facebook und den Cambridge Analytica Skandal geht es nicht in erster Linie um den Skandal, dass Facebook sich hat von einer Firma vorführen lassen, die genau das offenkundig als Geschäftsmodell für sich auserchoren hat. Es geht vielmehr um die Frage, ob Konzerne wie Facebook derart viele Daten über Nutzer sammeln dürfen, dass die Verwendung eben jener Daten Demokratie-gefährdende Tendenzen aufweist.

Das, was Cambridge Analytica mit den Daten von Facebook angestellt hat – unabhängig davon, dass sie das formal juristisch nicht hätten machen dürfen – ist genau das, was Facebooks Geschäftsmodell ausmacht: sie überwachen ihre Nutzer in sämtlicher Hinsicht, für den einzelnen User bis ins letzte Detail in keiner Weise nachvollziehbar, und verkaufen eben jene Datenpakete, um Werbung besser vermarkten zu können: dass die Werbung dabei politischer oder kommerzieller Natur ist, ist für Facebook zweitrangig.

Für uns als Gesellschaft sollte es aber genau das nicht sein: kein privates, nicht demokratisch-legitimiertes Unternehmen/Institution auf der Welt sollte in der Lage sein, derart viele Daten über Nutzer zu sammeln, als dass diese politisch gegen sie verwendet werden können, als dass diese dazu führen dürften, Gesellschaften zu spalten.

Das Geschäftsmodell, das Zuckerberg und Co verfolgen, war mir schon hinsichtlich der Benutzung für kommerzielle Zwecke zuwider. Das Geschäftsmodell, das es ermöglicht, Daten zu sammeln, um Gesellschaften auseinander zu treiben, Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzuwiegeln, ist nicht nur unethisch, sondern eigentlich schlichtweg asozial.