Briefing für den 18.5.2018 | Ausgabe #456

Martin

Salut und herzlich Willkommen zur 456. Ausgabe des Social Media Watchblog Briefings! Ich habe anlässlich der Einführung der neuen Datenschutzgrundverordnung einmal aufgeschrieben, wie es um das Tracking auf meiner Website und bei meinem Newsletter bestellt ist – hier ist der Blogpost dazu. Ansonsten freue ich mich über die stetig steigenden Abonnenten-Zahlen und möchte mich bedanken für die zahlreichen Empfehlungen! Viel Vergnügen mit dem Briefing und ein angenehmes Wochenende, Martin & Team


Facebooks Bemühungen, die Integrität von Wahlen zu sichern

Was ist: Facebook hat eine neue Partnerschaft bekannt gegeben, die darauf abzielt, die Integrität von Wahlen sicherzustellen.

Was genau plant Facebook? In Zusammenarbeit mit dem Atlantic Council, einer Denkfabrik aus Washington, die sich der „konstruktiven Führung und Engagement in internationalen Angelegenheiten“ verschrieben hat, versucht Facebook sich den Themen Desinformationen – gerade im Hinblick auf Wahlen – mit Tools und Insights aus dem eigenen Haus zu widmen. Hier ist die offizielle Stellungnahme des Atlantic Council.

Gut zu wissen: Das Blog des Digital Forensic Research Lab, das zum Atlantic Council gehört, lese ich seit Monaten sehr intensiv, leistet es doch wertvolle Arbeit beim Aufspüren und Erklären von Desinformation auf Social Media und spart nicht mit Kritik an sozialen Netzwerken.

Warum macht Facebook das? Mark Zuckerberg hatte während der Anhörungen im Kongress und im Senat an mehreren Stellen beteuert, dass sie bei Facebook sehr genau verstanden hätten, wie wichtig es sei, dass ihre Plattform gerade bei Wahlen nicht als Instrument für Propaganda und Desinformations-Kampagnen missbraucht werden dürfe (wie es etwa in Indien durchaus der Fall ist). Die Zusammenarbeit mit dem Digital Forensic Research Lab ist von daher ein spannender Vorstoß, diesem Versprechen Rechnung zu tragen.

Be smart: Zwar versucht Facebook wie gerade beschrieben, demokratische Wahlen vor Propaganda Dritter zu schützen, jedoch sind sie sich selbst um die Einflussnahme auf Wahlen nicht zu schade: die ominöse „I voted“-Funktion wurde einem Bericht der sehr geschätzten Kollegin Adrienne Fichter zufolge bereits in 66 Ländern eingesetzt und soll nun auch in der Schweiz zum Einsatz kommen. Wie es um die Einflussnahme eben dieses Buttons bestellt ist, darüber ist von Facebook wenig zu erfahren…


Neues von den Plattformen

Facebook

  • Journalismus-Stipendien von Facebook: Zum ersten Mal fördert Facebook in Deutschland Journalismus, bzw. die Weiterbildung von Journalisten. In Zusammenarbeit mit der Hamburg Media School sollen Journalisten in Sachen Fakt Checking und neuer Erzählformen fit gemacht werden. Bewerbungen für die 20 Plätze werden ab dem 15. Juni entgegengenommen. Hier gibt es weitere Infos dazu.

Youtube

  • Neues Streaming-Angebot: Um den Apple Musics und Spotifys dieser Welt Konkurrenz zu machen, startet YouTube ein neues Musik-Streaming-Angebot. YouTube Music kostet knapp 10 Dollar im Monat und steht ab dem 22. Mai zur Verfügung.

Twitter

  • Das Ende von Third-Party Twitter Clients? Drüben bei Daring Fireball macht sich John Gruber Gedanken darüber, ob wir wohl bald das endgültige Ende von Third-Party Twitter Clients wie Tweetbot oder Twitterific erleben könnten. Die Hinweise darauf würden sich verdichten.

Lesetipps fürs Wochenende

  • Was ist eigentlich aus Facebooks Internet.org geworden? Vor knapp fünf Jahren hatte Mark Zuckerberg die Idee skizziert, möglichst alle Menschen auf der Welt mit Internet zu versorgen – und zwar nicht irgendwie, sondern mit Drohnen aus der Luft und Zugang zu ausgewählten Seiten, Facebook natürlich inbegriffen. Diese Idee wurde auf den Namen Internet.org getauft, was der ganzen Unternehmung einen NGO-mäßigen Anstrich verpassen sollte. Allerdings konnte sich Zuckerbergs Idee nie so richtig entfalten – aus durchaus guten Gründen. Dieser sehr ausführliche WIRED-Artikel erklärt, was aus Zuckerbergs Internet.org eigentlich geworden ist.
  • Facebook zerschlagen? Überstürzt. Jannis Brühl hat für die SZ den Wettbewerbsexperten Justus Haucap in Sachen Google und Facebook interviewt. In dem sehr lesenswerten Interview erklärt Haucap, warum Facebook und Google mächtiger sind als klassische Monopole und warum es trotzdem überstürzt wäre, sie jetzt zu zerschlagen.
  • Russlands Staatsfeind Nummer Eins: Die zweite Empfehlung des Schweizer Republik-Magazins in dieser Ausgabe beschäftigt sich mit Telegram-Gründer Pawel Durow. Wer ist der „russische Zuckerberg“, fragt Simone Brunner.

One more thing

Der junge Schweizer Kollege Adam Keel hat sich im Rahmen seiner Abschlussarbeit für die Uni mit journalistischen Formaten auf dem Smartphone beschäftigt – allen voran mit Instagram Stories. Soweit eigentlich nichts besonderes, aber: Adam Keel hat begleitend eine Website (mobilejournalism.ch) gebaut, auf der er in gut aufbereiteten YouTube-Videos ziemlich munter erklärt, wie man selbst als Journalist entsprechende Formate bespielen kann. Richtig sehenswert.


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Der Datenschutz, myself and I

Martin

Salut! Der große Tag rückt immer näher und die Fragezeichen werden damit leider auch immer größer: so richtig weiß wohl niemand, was die Einführung der neuen Datenschutzgrundverordnung (oder auch GDPR) für Webangebote bedeutet. Richtig Panik verspüre ich zwar nicht, ich möchte aber dennoch die Gunst der Stunde nutzen, um darüber aufzuklären, welche Daten ich zu welchem Zweck erhebe. On y va:

Eigentlich ist es ganz einfach:

  • Ich tracke hier auf meiner Seite lediglich mithilfe des Statistik-Tools von WordPress (Jetpack), wie oft auf bestimmte Inhalte meiner Website zugegriffen wird. Das passiert vollkommen anonymisiert. Bedeutet also konkret: ich kann zwar z.B. sehen, dass das heutige Briefing von sehr vielen Menschen gelesen wurde. Ich kann aber nicht sehen, dass etwa Malte Knödelbrot bereits zehn Mal mein aktuelles Briefing gelesen hat.
  • Sehr wohl kann ich genau das aber sehen, wenn du mein Briefing in Form des Newsletters liest: mein Newsletter-Anbieter Mailchimp trackt die Öffnungsraten und Klicks. Bedeutet also: Wenn Malte Knödelbrot meinen Newsletter zehn Mal öffnet, dann zeigt mir Mailchimp das u.U. an. Ich nutze diese Form des Trackings, um besser zu verstehen, wie mein Newsletter gelesen wird. Hier gibt es alle Infos zu Mailchimps Datenschutzerklärung und den Terms of Services.
  • Darüber hinaus arbeite ich mit dem Berliner Unternehmen Steady zusammen, die für mich als Abo-Dienstleister fungieren. Solltest du dich also entscheiden, meinen Newsletter mit einem monatlichen Abo zu unterstützen, wofür ich dir sehr dankbar wäre, weil ich schließlich davon lebe, dann teilst du zwar bestimmte Daten mit Steady, aber nicht automatisch auch mit mir. Bedeutet: ich kann via Steady Namen und Email-Adresse meiner Abonnenten sehen, Daten zu den Zahlungsmodalitäten und Co sehe ich natürlich nicht. Die Datenschutzerklärung von Steady gibt es hier.

Darüber hinaus tracke ich nix. Ich verwende kein Google Analytics, ich nutze keine Share-Buttons und auch kein Facebook Pixel. Ich schicke dir auch keine Spam-Mails oder gebe deine Email-Adresse an Dritte weiter. Wenn Du Ghostery anschmeisst, um zu überprüfen, wie es um das Tracking auf meiner Seite bestellt ist, wirst du sehen: einzig die genannten WordPress-Statistiken funken, sonst nix. Trotzdem habe ich natürlich auch eine neue Impressums- und Datenschutzseite eingerichtet.

Ich freue mich über Feedback und möchte ansonsten Danke sagen für das Interesse an meiner Website und meinem Newsletter-Angebot.

Merci, Martin

P.S. Ich hatte ja eine Email an alle Abonnenten meines Newsletters rausgeschickt mit der Bitte, noch einmal ausdrücklich zuzustimmen, dass ich das Briefing auch weiterhin verschicken darf. Das war dann wohl vielleicht etwas zu viel des Guten – ein Doppel-Doppel-Opt-In sozusagen. Nun ja. Verbuchen wir es unter allgemeiner Verunsicherung.

Briefing für den 17.5.2018 | Ausgabe #455

Martin

Salut und herzlich Willkommen zur 455. Ausgabe des Social Media Watchblog Briefings. Ich habe gar nicht viel zu sagen an dieser Stelle, außer: herzlichen Dank für das Interesse und möge die Lektüre des Briefings etwas helfen im Dschungel Social Media, Martin & Team



Snapchat begräbt die Idee, das Soziale strikt von den Medien zu trennen

Was ist: Snapchat hat das Ruder erneut herumgerissen und begräbt die Idee wieder, das Soziale von den Medien strikt zu trennen.

Warum ist das interessant: Snapchat hatte sich relativ weit aus dem Fenster gelehnt und behauptet, dass Nutzer eine klare Trennung von Inhalten von Freunden auf der einen und professionellen Medienanbietern auf der anderen Seite bevorzugen würden. Der News Feed, wie er von Facebook eingeführt wurde, habe sich überlebt, so die damals von Snaps CEO Spiegel im schicken Video postulierte Idee. Allerdings hätte Spiegel mit dieser Annahme wohl kaum mehr daneben liegen können. Das von Snapchat eingeführte Redesign der App kam so schlecht bei den Nutzern an, dass es nun ein Redesign vom Redesign gibt.

Was Snapchat ändert:

  • Snaps und Chats werden wieder in chronologischer Reihenfolge präsentiert
  • Stories von Freunden werden wieder auf der „rechte Seite“ der App angezeigt
  • Zudem gibt es eine bessere Suchfunktion

Be smart: Ehrlich gesagt hatte ich gedacht, dass das klappen würde: eine Trennung von sozialen und professionellen Inhalten, halte ich weiterhin für sinnvoll. Wenn ich mal mehr Zeit finde, möchte ich das auch gern noch einmal ausführlicher begründen. Allerdings zeigt die Rolle rückwärts bei Snapchat auch: Nutzer sind absolute Gewohnheitstiere – wenn sie sich einmal an einen Workflow gewöhnt haben, ist es wohl nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, ihnen ein „neues“ Verhalten beizubringen.



Facebook übt sich im Transparenz wagen

Was ist: Facebook wagt an verschiedenen Stellen mehr Transparenz – die Kritik folgt aber natürlich auf dem Fuße.

Die drei neuesten Transparenz-Offensiven:

  • Facebooks Youth Portal ist eine Website, die sich an Jugendliche richtet und klarer aufzeigen soll, welche Daten Facebook über seine Nutzer sammelt.
  • Facebooks Community Standards Enforcement Preliminary Report: Vielfach wurde darüber diskutiert, wie viele Posts und Accounts Facebook von der Plattform nimmt. Jetzt präsentiert Facebook Zahlen, die durchaus für Schwindel sorgen können – etwa hinsichtlich der 583 Millionen Fake-Accounts, die Facebook in den ersten Monaten 2018 gelöscht hat.
  • Facebooks App Investigation Update: Im Zuge der Aufklärung des Facebook Cambridge Analytica Skandals hatte Facebook angekündigt, weitere Apps ausfindig zu machen, die wohl auch Datensätze in CA-Manier abgegriffen haben. Rund 200 Apps wurden bereits identifiziert.

Warum macht Facebook das? Facebook ist darauf angewiesen, wieder Ruhe in den Karton zu kriegen. Zwar haben sie von den Nutzern (mit Blick auf Datenschutzgründe) nicht viel zu befürchten, aber die Politik und die Werbeindustrie wollen Ergebnisse sehen.

Be smart: Datenschützern gehen die Transparenz-Bemühungen aber nicht weit genug. Gerade mit Blick auf die Bekanntmachung, dass weitere 200 Apps Nutzerdaten abgegriffen hätten, ist vielen sauer aufgestoßen, hat Facebook doch keinerlei Angaben darüber gemacht, wie viele Nutzer davon betroffen sind, bzw. um welche Apps es geht. Aber wie hat Mark Zuckerberg ja selbst so schön verlauten lassen:

Mark Zuckerberg: I certainly think that it is reasonable to expect (…) that at some point during the last several years, someone has probably accessed your public information in this way.

Übrigens: In Großbritannien wird Mark Zuckerberg nicht vor dem Parlament aussagen in Sachen Cambridge Analytica. Eine Einladung der EU-Kommission hingegen nimmt er an – allerdings nicht öffentlich, sondern hinter verschlossenen Türen. Das wäre dann alles wohl doch etwas zu viel der Transparenz-Bemühungen.



Neues von den Plattformen

Instagram

Instagram macht auf Time (Well) Spent: Dem geschulten Auge eines Entwicklers zufolge hat Instagram eine „Time Spent“ Statistik-Funktion im Code vergraben. Ob das für mehr mentale Gesundheit der Nutzer gedacht ist, bleibt noch offen.

WhatsApp

WhatsApp mit neuen Gruppen-Features: Allem Anschein nach läuft Telegram WhatsApp in Sachen Features langsam aber sicher den Rang ab. Letztlich war das wohl auch immer Teil der Koum-Strategie. Aber da der Gründer ja jetzt von Bord ist (und Porsches sammeln möchte…) kann WhatsApp ja ruhig ein wenig aufgebläht werden und neue Gruppen-Features einführen.

Facebook

Drei neue Features führt Facebook (zunächst nur) für Nutzer in Indien ein: so können Facebook-Nutzer Fotos, die sie mit der In-App Kamera aufnehmen, direkt in der Facebook-Cloud speichern, Sprachnachrichten via Facebook versenden und ihre Lieblings-Stories in einem Archiv speichern. Hier sind die Details.

Facebook fragt Europäer, welche Nachrichten-Angebote sie für glaubwürdig halten. Diese Umfragen sind ein Teil des im Januar angekündigten News Feed Umbaus, in den USA bereits angelaufen und dienen dort mittlerweile auch als Signal, um über die Reichweite und Sichtbarkeit von Artikeln, Videos und Co im News Feed zu entscheiden. Wer einer entsprechenden Umfrage auf Facebook begegnet, möge sich bitte bei mir melden – Danke!

Snapchat

Snapchat schaltet Werbung, die man nicht skippen kann: Einer Studie zufolge sind wir ziemlich gut darin, Werbung einfach zu skippen. Damit das nicht mehr funktioniert, schaltet Snapchat jetzt Werbung, die sich nicht mehr übergehen lässt.

NowBreaking: NowThis hat sich vom kleinen Startup zu einem echten Medienunternehmen entwickelt – kein Wunder hinsichtlich des Video-Hungers der Plattformen. Ab Juni gibt es bei Snapchat ein neues Video-Angebot von NowThis, das sich auf internationale und nationale Nachrichten versteht. Der Name ist Programm: NowBreaking.

Twitter

Twitter übt sich im Downranking: Twitter hat bekanntermaßen ein ziemliches Troll- und Hass-Problem. Damit jene „bad actors“ künftig nicht jede Diskussion sprengen, arbeitet Twitter künftig verstärkt daran, bösen Tweets weniger Sichtbarkeit zu geben. Das passiert in der gleichen Manier wie bei unerwünschten Posts auf Facebook: nämlich nicht übers Löschen, sondern übers Downranking.



In other news

Favstar ist Geschichte: Einige werden sich daran erinnern, wie wir bei Favstar fleißig schauten, ob wir auch lustig genug sind. Die Zeiten sind vorbei. Favstar macht dicht.



One More Thing

Apples Chef stänkert wieder Richtung Facebook. Das entwickelt sich langsam echt zu einer Dauerfehde: Tim Cook hat bei einer Commencement Speech bei der Duke University gesprochen und Studierenden vorgeschwärmt, warum sie das bessere Geschäftsmodell gegenüber Facebook hätten, warum es sich nicht ziemt, aus der Untergrabung der Privatsphäre ein Geschäft zu machen.

Tim Cook: We reject the excuse that getting the most out of technology means trading away your right to privacy. So we choose a different path: Collecting as little of your data as possible, being thoughtful and respectful when it’s in our care. Because we know it belongs to you. In every way and every turn, the question we ask is not what can we do, but what should we do.

Briefing für den 11.5.2018 | Ausgabe #454

Martin

Salut und herzlich Willkommen zur 454. Ausgabe des Social Media Briefings. Da viele von uns heute den Brückentag für ein langes Wochenende nutzen, kommen von mir heute nur drei ausgewählte Lesetipps und ein paar kleinere News. Den großen Aufschlag gibt es dann nächste Woche wieder, wenn wieder Alltag ist. Ich wünsche allen ein entspanntes Wochenende und bedanke mich für das Interesse, Martin & Team



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Social Media neu gedacht

Tobias Rose-Stockwell hat sich in einem sehr ausführlichen Artikel bei Medium darüber Gedanken gemacht, wie Social Media Plattformen besser designt sein könnten. So könnten die Plattformen z.B. darauf ausgelegt sein, dass Nutzer insgesamt sehr viel netter zueinander sind – etwa indem sie vor dem Absenden eines Posts darauf hingewiesen werden, dass die Botschaft Dritte verletzen könnte.

Von diesen Überlegungen hat Rose-Stockwell jede Menge auf Lager. Wirklich lesenswert. Überhaupt: Ich liebe ja solche Gedankenspielereien hinsichtlich der Möglichkeiten, wie unsere Tech/Social-Welt auch aussehen könnte. Und wie wir bei der ganzen Debatte um Time Well Spent ja sehen können, lässt sich durchaus etwas in Gang bringen…



Facebook besetzt Führungspositionen neu

Facebook baut intern kräftig um, besetzt zahlreiche Führungspositionen neu und bildet obendrein sogar eine neue Blockchain-Abteilung. Wer jetzt für was verantwortlich ist, kann in diesem Recode-Artikel nachgelesen werden. Für mich ist an dieser Stelle vorerst vor allem eine Frage spannend: Was genau plant Facebook in Sachen Blockchain? Immerhin ist die neue Abteilung mit den ehemaligen Produkt-Verantwortlichen für Facebooks Messenger, David Marcus, und Instagram, Kevin Weil,  sehr prominent besetzt.



Die Desinformations-Wissenschaftler

Desinformations-Wissenschaftler beschäftigen sich vor allem mit der Frage, wie die Gesellschaft vor der Flut an Desinformationen, Propaganda und „Fake News“ noch gerettet werden kann – denn wie wir wissen, steht die Infocalypse ja bereits vor der Tür. Spannenderweise sind einige unter den Wissenschaftlern, die bereits selbst mit Erfindungen in Sachen Fake-Videos für Schlagzeilen gesorgt haben. Ein lesenswerter Überblick über die verschiedenen Felder, auf denen die Wissenschaftler aktiv sind.



Neues von den Plattformen

Klout

Social reputation tool Klout is shutting down on May 25thwww.theverge.com

Du erinnerst dich an Klout? Diese unsägliche Plattform, die auf welche Art auch immer einen Score ausgerechnet hatte, um deine Bedeutung (im Social Web) auf eine Zahl zu reduzieren? Nun: Klout ist Geschichte und wird am 25.5.2018 abgeschaltet. Also genau an dem Tag, ab dem das GDPR greift. Und da heißt es, GDPR würde nix taugen…

Medium

Medium abruptly cancels the membership programs of its 21 remaining subscription publisher partnerswww.niemanlab.org

Medium ist eigentlich eine so wunderbare Plattform, aber während das Top-Management in Form von Ev Williams nicht müde wird zu betonen, dass sie helfen wollen, den Journalismus zu retten, könnten sie gar nicht schlechter mit ihren Partnern aus der Welt des Journalismus umgehen. Sigh.

Instagram

Instagram’s emoji slider is a new way to poll your friends – The Vergewww.theverge.com

Instagram gibt Nutzern jetzt die Möglichkeit, andere Nutzer zu einer Emoji-Slider-Umfrage einzuladen. Engagement-Baiting, ick hör die trapsen. 

Facebook

Facebook lets publishers cross-post Live videos across multiple Pages & tests a rewind buttonmarketingland.com

Live-Video scheint für Facebook weiterhin ein Feld zu sein, auf dem sie sich noch stärker positionieren wollen. So bietet Facebook jetzt Publishern die Möglichkeit, Live-Videos auf mehreren Seiten gleichzeitig zu posten. Auch wird ein Rewind-Feature getestet. 

Briefing für den 9.5.2018 | Ausgabe #453

Martin

Salut und herzlich Willkommen zur 453. Ausgabe des Social Media Watchblog Briefings. Heute werfen wir einen Blick auf Googles Entwicklerkonferenz, die Abhängigkeiten von Medienunternehmen zu Google und algorithmische Vielfalt. Viel Vergnügen bei der Lektüre, Martin & Team



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Googles Entwicklerkonferenz

Was ist: Google hat zur alljährlichen Entwicklerkonferenz geladen – bei The Verge gibt es einen Überblick mit allen Ankündigungen

Warum ist das interessant? Nun ja, Google ist zwar nicht so richtig Social Media, aber da wir uns ja hier im Newsletter stets auch an der Schnittstelle Technologie / Gesellschaft / Journalismus bewegen, möchte ich gern zwei Ankündigen von der #io18 aufgreifen:

1. Google News wurde komplett überarbeitet:

  • Fortan können Google-News-Nutzer über die App auch ihre Bezahl-Abos lesen, respektive neue Abos abschließen.
  • Auch werden eben jene Bezahl-Abos in der Google Suche höher gerankt.
  • Zudem bietet Google News jetzt auch eine Form der Personalisierung an: So bietet Google News dem Nutzer künftig ein Briefing mit den für ihn vermeintlich fünf wichtigsten Nachrichten.
  • Auch gibt es eine neue „For You“-Rubrik, die sich aus den Interessen des Nutzers speist. Mit anderen Worten: aus dem, was wir Google als Interessen nennen, und dem, was wir an Spuren im Web hinterlassen. Wie viel Google über uns weiß, erklärt übrigens dieser Artikel.
  • Um nicht komplett in der Filterblase zu verschwinden, gibt es künftig bei Google News die „Full Coverage“ – dort sollen dem Nutzer via künstlicher Intelligenz die wichtigsten weiterführenden Artikel, Videos und Kommentare serviert werden.

2. Google springt auf den „Time Well Spent“-Zug auf:

  • Ursprünglich hatte ein ehemaliger Google-Mitarbeiter, Tristan Harris, die eigentlich ziemlich wertvolle Debatte rund um die Frage, ob Tech-Unternehmen eigentlich nicht auch im Wohle der Nutzer ihre Dienste konzipieren könnten, in Gang gebracht.
  • Die Debatte wurde von Harris und weiteren Strategen als „Time Well Spent“ gebrandet und nahm im Zuge der Tumulte rund um die Berichterstattung über psychologische Kniffe, die Nutzer dazu verleiten sollen, maximal oft, die entsprechenden Plattformen zu nutzen, etc., richtig an Fahrt auf.
  • Es dauerte aber nicht lange, bis der Begriff von Mark Zuckerberg höchstpersönlich gekapert wurde und zu Facebook-PR-Sprech mutierte.
  • Daraufhin erfolgte nicht ganz zufällig auch die Umbenennung der Mission in Center For Humane Technology.
  • Nun springt Google auch auf den Zug auf und nennt es natürlich nicht „Time Well Spent“ (es dürfte ja noch der eine oder andere einigermaßen sauer auf Harris sein), sondern Digital Wellbeing.
  • So zeigt Android etwa künftig, wie es um das Nutzungsverhalten bestellt ist – ähnlich zu Apps wie Moment oder Forest.
  • YouTube schlägt dir vor, ruhig mal eine Pause zu machen. Aber nur dann, wenn auch vorher ordentlich geglotzt wurde.

Ansonsten hat Google natürlich noch eine neue Version von Android vorgestellt, smartere Assistenten und sowieso geht eigentlich alles nur noch mit Künstlicher Intelligenz. Aber wie heißt es so schön:



Zur Abhängigkeit von Google

Was ist: In den letzten Wochen und Monaten haben wir Medienschaffende uns mit großem Eifer an Facebook abgearbeitet – häufig auch völlig zurecht, keine Frage. Allerdings sollten wir unseren Blick auch auf Google richten – nur fällt uns das womöglich insgesamt sehr viel schwerer.

Wie abhängig Medienschaffende von Google sind, bringt Jim VandeHei von Axios auf den Punkt:

We write about Google. We Google to write about everything, including Google. We trade notes about stories on Google’s Gmail, Google Hangouts and, for some, Gchat. Then we stick our plans into our Google Calendars.

We optimize our website so every story shows up on Google search. To make sure we are getting it right, we use Google Data Studio (from time to time), Google BigQuery, and Google’s Search Console to measure search health.

We hope and wait for our stories to also show up on Google Newsstand, Google News or in Google Chrome suggestions.

How do we know where traffic is coming from? Google, of course: using Google Analytics 360.

We sell ads to Google. Guess how we serve them: Using Google’s DFP (DoubleClick For Publishers). Why is it called DFP, you ask? Because Google also has DFA (DoubleClick for Advertisers), which every company that buys ads with Axios and other publishers uses.

For video, we sometimes use the YouTube player — owned by Google — and then post our videos directly on YouTube. Where does the video team store those damn videos? In their Google Drive.

Oh, when we want to get people to subscribe to our newsletters, which many get via Gmail, we pay for Google AdWords to sell ads off Google search.

Some media companies store all of their information and data in Google Cloud Platform. We don’t: We use Amazon. But, the vast majority of people consume Axios on mobile phones — about half on Androids, which is, of course, a Google technology.

Be smart: In deinem Unternehmen sieht es wahrscheinlich nicht wirklich anders aus – auch wenn nicht alle Punkte zutreffen müssen. Wie schwierig es ist, die Plattformen zu kritisieren, die für den eigenen Erfolg genutzt werden sollen, beschreibt dieser Artikel von Zeit Online, wenn auch mit etwas anderem Fokus:

Internetaktivismus: Digitales Stockholm-Syndrom
Internetaktivismus: Digitales Stockholm-Syndromwww.zeit.de



Algorithmische Vielfalt für eine aufgeklärtere Welt

Was ist: Dass Algorithmen (oder im Volksmund gesprochen: der Facebook-Algorithmus)  über die Verteilung von Informationen entscheiden, dürfte mittlerweile jedem klar sein. 

Was weniger klar ist: wie Algorithmen besser konzipiert sein könnten, um gesellschaftliche Integration, konstruktiven Diskurs oder Empathie voranzubringen. 

Kollege Konrad Lischka hat spannende Ideen zu dieser Frage zusammengetragen. So ließe sich etwa nach den folgenden Kriterien besser sortieren:

  • Relevanzfilter – etwa Lautstärke / Höflichkeit 
  • Zeitraum und Viralität – etwa wie bei Nuzzel
  • Themen und Ressorts
  • Textlänge und Informationsdichte

Lischka fasst die Ideen so zusammen

Um Inhalte im Feed von Plattformen zu sortieren, gibt es viel mehr und viel bessere Signale als stumpfes Engagement. Entscheidend ist, dass Nutzer die Vielfalt der Alternativen einfach ausprobieren und mit der Auswahl experimentieren können. So etwas erlauben die dominierenden Plattformen derzeit nicht.

Das Problem dabei: Menschen, die bei Technologie-Unternehmen arbeiten, werden nicht müde zu betonen, dass all diese Einstellungsmöglichkeiten von den Nutzern nie und nimmer angenommen werden würden. Mag sein. Aber für die, die es möchten, wäre es ein riesiger Gewinn.

5 praktische Beispiele, wie Vielfalt algorithmischer Sortierung aussehen kann • Konrad Lischka
5 praktische Beispiele, wie Vielfalt algorithmischer Sortierung aussehen kann • Konrad Lischkawww.konradlischka.info



Neues von den Plattformen

Wie in meinem Post angekündigt, möchte ich an dieser Stelle künftig gern einen Überblick über wichtige, spannende und interessante News bieten, ohne jede noch zusätzlich ganz ausführlich einzuordnen. Wir können ja mal schauen, wie euch das gefällt. Freue mich über Feedback. On y va:

Twitter

Twitter has an unlaunched ‘Secret’ encrypted messages feature
Twitter has an unlaunched ‘Secret’ encrypted messages featuretechcrunch.com

Allem Anschein nach bastelt Twitter an einer Verschlüsselung für Direktnachrichten. Das wäre natürlich mega!  

WhatsApp

WhatsApp: Hier könnte ihre Werbung stehen
WhatsApp: Hier könnte ihre Werbung stehenwww.zeit.de

Aktuell ist WhatsApp noch Werbefrei. Aber mit dem Abgang von Gründer Jan Koum könnte das die längste Zeit so gewesen sein.

WhatsApp now lets you play Facebook and Instagram videos within the app
WhatsApp now lets you play Facebook and Instagram videos within the appwww.theverge.com

Ab sofort können im Messenger direkt Videos von Facebook und Instagram abgespielt werden – also ganz ohne die Plattform zu verlassen

Instagram

Instagram code reveals upcoming music feature
Instagram code reveals upcoming music featuretechcrunch.com

Facebook hatte ja kürzlich eine ganze Reihe Deals mit diversen Majors publik gemacht. Das kommt jetzt auch bei Instagram zum Tragen: Bald können Nutzer wohl Musik zu ihren Stories hinzufügen.

Instagram Gives Email-Like Messaging Tools To Businesses
Instagram Gives Email-Like Messaging Tools To Businesseswww.fastcompany.com

Bald kann man auf Instagram in einen Email-ähnlichen Dialog treten. Ob man das möchte? Nun, für professionelle Accounts könnte das ganz interessant sein.

Facebook

The most engaged sites on Facebook in April 2018
The most engaged sites on Facebook in April 2018www.newswhip.com

Eigentlich wollte Facebook ja mit dem Umbau des News Feeds mehr Qualität in den News Feed der Nutzer bringen. Die April-Zahlen hinsichtlich der most engaged sites auf Facebook zeigen allerdings das Gegenteil.

Three-quarters Facebook users as active or more since privacy scandal: Reuters/Ipsos poll
Three-quarters Facebook users as active or more since privacy scandal: Reuters/Ipsos pollwww.reuters.com

Einer Umfrage von Reuters zufolge zeigen sich die Facebook-Nutzer wenig beeindruck vom Datenskandal und all den anderen unschönen Ereignissen. Sie sind genauso aktiv – zum Teil sogar noch mehr.

"Personen, die du kennen könntest": Facebook soll Terroristen vernetzt haben
"Personen, die du kennen könntest": Facebook soll Terroristen vernetzt habenwww.heise.de

Ok, das war irgendwie absehbar und ist dennoch total absurd: Einem Bericht zufolge hat Facebook Terroristen über das Freunde-Empfehlungs-Feature untereinander vernetzt. Hätte Black Mirror besser nicht skripten können.

‘Facebook Avatars’ is its new clone of Snapchat’s Bitmoji
‘Facebook Avatars’ is its new clone of Snapchat’s Bitmojitechcrunch.com

Schnarch. Auch vor den von Snapchat bekannten Avataren macht Facebook nicht Halt und kopiert das Feature munter rüber auf die eigene Plattform.



Für den Talk in der Teeküche

Die weltweit beliebteste iPhone App ist übrigens aktuell weder Facebook noch WhatsApp. Die am meisten heruntergeladene iOS App im ersten Quartal 2018 ist das chinesische Mini-Musik-Video-Social-Network Douyin.  

The world’s most popular iPhone app isn’t Facebook or WhatsApp
The world’s most popular iPhone app isn’t Facebook or WhatsAppqz.com



One More Thing

Es wird viel darüber geredet, dass Tech-Konzerne dafür sorgen müssten, ihre Nutzer besser vor ihren Erfindungen zu schützen. Was in dieser Diskussion etwas untergeht: den Nutzern werden bereits vielfach Tools an die Hand gegeben, die sie aber allem Anschein nach einfach nicht nutzen – wie etwa die Möglichkeit des Nicht-Stören-Features beim iPhone. Mit ein paar leichten Tweaks lässt sich das jederzeit easy nutzen und benachrichtigt sogar all jene, die einen erreichen wollen. Kevin Rose erklärt, wie das funktioniert:

Disconnect and take a break from your iPhone by using this little-known feature.
Disconnect and take a break from your iPhone by using this little-known feature.medium.com

Right now, hidden in your settings, your iPhone has a feature that locks down your phone, making it unusable, while you get a much needed break.

Briefing für den 8.5.2018 | Ausgabe #452

Martin

Salut! Heute erscheint das Briefing in leicht verändertem Design. Die Gründe dafür habe ich hier aufgeschrieben. Ich bedanke mich für das Interesse an unserer Arbeit und wünsche eine gute Lektüre, Martin & Team


Rückblick auf Facebooks Entwicklerkonferenz f8

Was ist: Da in der vergangenen Woche leider kein Briefing erschienen ist, möchte ich heute an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Ankündigungen von Facebooks Entwicklerkonferenz f8 vorstellen.

Was (u.a.) angekündigt wurde

  • Facebook bietet künftig Dating-Funktionen [recode]
  • Facebook Gruppen bekommen eigenes Tab und Plugin [Techcrunch]
  • Facebook will eigene VR-Kamera bauen [The Verge]
  • Messenger bekommt ein Redesign [The Verge]
  • Instagram bekommt Video-Anruf-Funktion [The Verge]
  • Instagram führt Custom AR-Filter ein [The Verge]
  • Instagram Stories werden um Sharing erweitert [Variety]
  • WhatsApp bekommt Gruppen-Video-Anruf-Funktion [The Verge]

Die wichtigste Ankündigung von Facebook ist in meinen Augen aber die Option, die eigene Surf-Historie künftig löschen zu können, respektive sich grundsätzlich dafür auszusprechen, dass Facebook einen in so mancher Hinsicht nicht mehr tracken darf. 

Be smart: Die Ankündigung, die unter dem Namen „clear history“ firmiert, ist dabei wohl zugleich die wichtigste wie auch absurdeste Antwort auf den Skandal rund um Facebook und Cambridge Analytica, denn:


It`s complicated: Facebook und der Journalismus

Was ist: Einmal im Jahr treffen sich ausgewählte Vertreter der Medien- und Techbranche beim „Off The Record“-Event im Menlo Park. 

Warum ist das interessant: Normalerweise ist das Event, nun ja, off the record, also nicht für die Berichterstattung bestimmt. Dieses Jahr allerdings war Mark Zuckerberg eingeladen, um über Journalismus zu sprechen – und das veranlasste den einen oder anderen anwesenden Journalisten, doch über das Event zu schreiben – natürlich nach Absprache mit Facebook, ist ja klar. 

Hier sind die wichtigsten Texte:

  • Facebook wird Publisher nicht dafür bezahlen, dass sie ihre Inhalte auf der Plattform teilen – jedenfalls kann sich Zuckerberg das nicht vorstellen [recode
  • Facebook hat damit begonnen, News-Organisationen nach ihrer Glaubwürdigkeit zu ranken [BuzzFeed]
  • Allem Anschein nach fehlt es Zuckerberg an einem grundsätzlichen Verständnis dafür, was Journalismus eigentlich auszeichnet [The Atlantic]

Cambridge Analytica macht dicht

Was ist: Cambridge Analytica hat fertig [Deutsche Welle].

Warum ist das interessant? Nun, Cambridge Analytica hatte bekanntermaßen auf spektakuläre Weise enorme Datensätze von Millionen Facebook-Nutzern erworben und steht im Zentrum von Ermittlungen – etwa rund um die Frage, wie und ob Wahlen via Microtargeting beeinflusst werden können. 

Neue Erkenntnisse: Der Guardian berichtet, dass Cambridge Analytica die Daten jedenfalls noch viel länger zur Verfügung standen als von Facebook gedacht. Auch zeigen die Kollegen aus England, wie das Microtargeting funktioniert haben soll.

Übrigens: Cambridge Analytica hat eine eigene Website gelauncht, auf der sie ihre Sicht der Dinge zum Skandal darstellen: The Facts Behind The Facebook Story.

Wie geht es nun weiter? Die Marke Cambridge Analytica sei am Ende, geradezu toxisch, heißt es. Aber vielleicht kann man den Laden einfach unter einem anderen Namen wieder aufmachen? Gute Idee, finden einige (Mitarbeiter).


Instagram startet Payments

Was ist: Instagram hat für einige Nutzer eine Bezahlfunktion ausgerollt [Techcrunch]. Damit lässt sich künftig direkt auf Instagram shoppen.

Warum ist das interessant? Mobile Payment scheint für Tech-Konzerne immer spannender zu werden. Jedenfalls gibt es kaum ein führendes Tech-Unternehmen aus dem Valley, das nicht auf die eine oder andere Art versucht, Nutzern das Bezahlen für Dienstleistungen und Produkte direkt innerhalb der eigenen Plattform zu ermöglichen.  

Be smart: Eigentlich gibt es für diese Vorgänge durchaus offene Standards – soll heißen: Es wäre rein technisch natürlich denkbar, dass ein Instagram-Nutzer einem Telegram-Nutzer Geld sendet. Ob das allerdings auch implementiert wird oder ob die Tech-Unternehmen ihre Nutzer nicht neuerlich lieber in ihren Walled Gardens behalten, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.


In case you missed it

Sicherheitslücke: Twitter-Nutzer sollen ihre Passwörter ändern
Sicherheitslücke: Twitter-Nutzer sollen ihre Passwörter ändernwww.zeit.de

Twitter bittet alle Nutzer, ihre Passwörter zu ändern [Zeit Online]. Der Grund dafür ist eine enorme Sicherheitslücke, die es Dritten theoretisch ermöglichte, die Passwörter einzusehen.

Facebook erörtert Subscription-Modell
Facebook erörtert Subscription-Modellwww.bloomberg.com

Facebook möchte gern herausfinden, ob es einen Markt für zahlende Facebook-Nutzer gibt

Was sind eigentlich diese Stories?
Was sind eigentlich diese Stories?www.theatlantic.com

Stories sind wohl das erste und bislang einzige Medienformat, das nativ für Smartphones kreiert wurde [The Atlantic] – und es ist wohl gekommen, um zu bleiben.

BuzzFeed startet einen Fake Newsletter
BuzzFeed startet einen Fake Newsletterwww.buzzfeed.com

Wie der Name bereits vermuten lässt geht es beim Newsletter um das Thema Desinformation. Als Autor fungiert natürlich Craig Silverman. Warum ich den Newsletter hier empfehle? Nun, BuzzFeed hat sich in den vergangen Monaten wirklich zu einer der Top-Publikationen gemausert, wenn es darum geht, Desinformation auf Social zu entdecken und zu erklären – nicht wahr, Karsten!?

Social Media Briefing

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Salut, dieser Blogpost richtet sich an alle Newsletter-Abonnenten und eventuell auch an jene, die es werden wollen.

Über die letzten fünf bis sechs Jahre hat sich das Social Media Watchblog von einer spontanen Blog-Idee zu einem extrem fokussierten Newsletter-Service entwickelt, der von Tausenden Kollegen jeden Morgen gelesen wird.

Diese Reise war und ist nur möglich, weil ich über die Zeit unglaublich tolle Kollegen mit an Bord hatte und zum Glück auch weiterhin habe: Anna, Isabell, Tilman, Christian, Jan, Simon und Konrad – seid gegrüßt!

Aktuell schreibe zwar nur ich die Briefings, das bedeutet aber noch lange nicht, dass nicht auch weiterhin einige Kollegen sich täglich mit einbringen.

Viele fragen mich immer wieder, wie wir es eigentlich organisiert bekommen, all die Informationen Woche um Woche aufzubereiten. Die ganzen vielen Texte müsse man ja schließlich überhaupt erst einmal lesen.

In der Tat ist das eine extrem aufwendige Geschichte. Social Media ist zu so einem elementaren Bestandteil unserer Welt geworden, dass buchstäblich kein Tag vergeht, an dem nicht ein spannendes neues Feature präsentiert oder eine kluge Analyse eines interessanten Social-Media-Phänomens publiziert würde.

Die Idee des Watchblogs ist es, möglichst viele diese Artikel zu lesen und die wichtigsten News und Debatten im Briefing aufzuzeigen. Genau daraus ergibt sich für Dich als Abonnentin der Mehrwert unserer Arbeit. Genau deshalb werbe ich dafür, uns monatlich via Steady zu unterstützen.

Die letzten Monate habe ich aber gemerkt, dass das Social Media Watchblog zu viel Zeit hinsichtlich der Produktion in Anspruch nimmt. Auch registriere ich, dass das Briefing für viele mittlerweile so nicht mehr zu schaffen ist. Von daher werde ich bis zur Sommerpause am 13.7. das Briefing etwas umstrukturieren.

Künftig wird es pro Briefing nur noch maximal zwei bis drei Themen geben, die ich erklärend aufbereite. Daneben gibt es einen News-Überblick – inklusive Zitate und einer knappen Einordnung. Dafür wird das Briefing aber auch wie versprochen dreimal die Woche erscheinen – in aller Regel Mittwoch, Donnerstag und Freitag.

Auch werde ich in den kommenden Wochen das Briefing nicht noch zusätzlich auf meiner Website publizieren – das kostet einfach zu viel Zeit und wird auch von den Lesern nur bedingt goutiert. Wer also mein Briefing lesen möchte, sollte den Newsletter abonnieren.

(Update: Ich habe über Zapier einen Weg gefunden, der mir das Crossposting des Briefings hier auf dem Blog vereinfacht. Vielleicht ist das doch ein gangbarer Weg, um auch hier das Briefing anbieten zu können. Mal schauen.)

Rein technisch möchte ich bei der Produktion des Newsletters auch etwas Neues ausprobieren – genauer gesagt einen neuen Newsletter-Service. Hatte ich bislang auf Mailchimp gesetzt, möchte ich bis zur Sommerpause Revue ausprobieren. Zwar ist Mailchimp eigentlich das Nonplusultra in Sachen Newsletter, aber letztlich auch vor allem für Marketing-Fragen konzipiert. Revue hingegen punktet in Sachen Inhalte-Aufbereitung. Ich bin gespannt, was Revue im Alltag taugt.

Zudem habe ich – und das dürften ja die meisten mitbekommen haben – meine allgemeine Facebook-Gruppe auf Eis gelegt und eine Slack-Gruppe für zahlende Mitglieder installiert. Die drei Gründe dafür lauten: weniger Abhängigkeit von Facebook wagen, besseres Zeitmanagement, Mehrwert für zahlende Mitglieder.

Herzlichen Dank für das Interesse und die Wertschätzung unserer Arbeit, Martin & Team