Briefing für den 21.12.2017 | Ausgabe #414

Martin

Salut, das Ende des Jahres rückt näher! Das letzte reguläre Briefing liest du gerade, morgen folgt dann noch das letzte Roundup für 2017. Im neuen Jahr lesen wir uns ab dem 9.1.2018 wieder regelmäßig! Danke für das Interesse, Danke für die Unterstützung! Big things a gwaan, Martin


AUSSER NEWS FEED NIX GEWESEN

Als Facebook im August diesen Jahres die neue Sektion „Facebook Watch“ einführte, war die Spannung groß, wie Facebooks User reagieren würden. Die große Frage, ob Facebooks Nutzer künftig Facebook als Ort wahrnehmen, an dem Premium-Video-Inhalte konsumiert werden können, ist naturgemäß noch nicht vollständig zu beantworten. Einiges deutet aber darauf hin, dass es noch einige Zeit dauern könnte bis die Nutzer Facebook Watch als interessantes Angebot wahrnehmen. Um bessere Medienpartner für Watch zu gewinnen, bessert Facebook jetzt bei den Werbedeals nach.

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Dass das Interesse bisher eher mau ist, lässt sich anhand von zwei Beobachtungen belegen: Facebook zeigte jüngst, dass die Views der Watch-Shows rasch unter das Niveau des ersten Hypes zurückgefallen waren. Jetzt bekunden Mitarbeiter gegenüber Adage, dass die allermeisten Views von Watch-Shows über den regulären News Feed zustande kämen – und eben nicht über die dafür vorgesehene Extra-Sektion innerhalb der Facebook App, die via prominent platziertem Tab zu erreichen ist.

Bedeutet also: Nutzer sind nur schwer von ihren Gewohnheiten abzubringen. Zu lange hat Facebook dem Nutzer beigebracht, Inhalte via News Feed zu entdecken. Facebook steht somit vor der großen Herausforderung, Nutzern wieder beizubringen, dass Inhalte nicht nur zu ihnen gepusht werden (Push), sondern dass Nutzer auch aktiv nach Inhalten Ausschau halten (Pull). Über den zentralen Unterschied von Push und Pull habe ich im Frühjahr ausführlicher geschrieben.

Warum ich darauf heute so rumreite? Nun, der in unseren Briefings vielfach besprochene News Feed Test zielt ja genau darauf ab, dass Nutzer aktiv nach Inhalten Ausschau halten sollen, indem professionelle Medieninhalte und Posts von Freunden und Bekannten voneinander getrennt werden. Dieser Extra-Klick – hin zu einem Explorer-Feed – mag per Design nur wenige Zentimeter weg sein, in der Wahrnehmung der Nutzer aber womöglich meilenweit entfernt.

VIDEO BOOM

YouTube hat sich mit Universal und Sony geeinigt, was die Streaming-Rechte angeht. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen kam es zu einem Deal, bei dem zwar dem Vernehmen nach YouTube weniger an Interpreten und Lizenzinhaber auszahlt als etwa Streaming-Schwergewicht Spotify, aber es gleich wohl überhaupt einmal zu einer entsprechenden Kompensation kommt. Klingt nicht wirklich befriedigend für die Künstler, scheint aber zumindest ein Anfang zu sein, all die Piraterie auf YouTube etwas einzufangen. YouTube, Music Labels End Standoff, Move Toward Paid Service [Bloomberg]


DEBATTE

Das Bundeskartellamt wirft Facebook Datenmissbrauch vor, weil Facebook aus einer Marktbeherrschenden Stellung heraus unter bestimmten Umständen Daten von Instagram, WhatsApp und Websites Dritter zusammenführen würde. So sei es den Nutzern nicht bewusst, dass Daten an Facebook weitergereicht würden, wenn sie auf einer Website surfen, auf der z.B. ein Like-Button integriert ist. Vor Frühsommer 2018 ist allerdings keine Entscheidung zu erwarten. [Zeit Online]

Konfusion bei Twitter um Verifikation: Allem Anschein nach weiß Twitter selbst nicht so genau, wofür der blaue Haken eigentlich steht. Handelt es sich nun um die Authenfizierung einer Person oder doch eher um eine Art Endorsement? Interne Emails aus der Chefetage zeigen auf, wie groß die Verwirrung ist, was nun eigentlich das Ziel des blauen Häkchens sein soll. [BuzzFeed] Falls Du also noch immer auf die Verifikation wartest, nicht traurig sein, Twitter is just being Twitter. Leider zu einer Zeit, in der Twitter sehr viel besser wissen sollte, wofür die Plattform eigentlich steht, wird sie doch von diversen gesellschaftlichen Gruppen regelrecht als Waffe genutzt.


TIPP

Best Of 2017 on Pocket: 2017 war ein großes Jahr für Pocket. Die App, ehemals als Read it Later bekannt, ist für mich eine der essentiellen Werkzeuge, um mein Medienalltag zu organisieren. Als Mozilla im Februar erklärte, Pocket würde künftig zum Team Mozilla gehören und fest in den Browser integriert werden, habe ich mich durchaus gefreut – endlich einmal kein Exit mit anschließendem shut down. Nun hat Pocket ein wirklich tolles Best of 2017 veröffentlicht, das ich an dieser Stelle all meinen Lesern empfehlen möchte. Darin enthalten: jede Menge guter Artikel, tolle Videos und spannende neue Medienoutlets. Für die Feiertage allerfeinstes Futter.

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